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Die Seychellen lassen sich auf unterschiedliche Weise einteilen. Nach ihrer natürlichen Beschaffenheit, die eine Folge ihrer Entstehungsgeschichte ist, unterscheidet man zunächst einmal die gebirgigen Granitinseln, die tatsächlich die Bergspitzen großer unter Wasser liegender Felsmassive sind, von den flachen Koralleninseln. Alle Granitinseln und zusätzlich die beiden Koralleninseln Bird und Denis bilden die Kerngruppe der 43 Inneren Inseln (Inner Islands). Auf ihnen lebt der weitaus größte Teil der Bevölkerung, und auch der Tourismus spielt sich vorwiegend auf dieser Inselgruppe ab, die in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern um die Hauptinsel Mahé liegt.

 Die übrigen Inselgruppen, die allgemein als Äußere Inseln (Outer Islands) bezeichnet werden, sind: die Amiranten-Gruppe (rund 230 km von Mahé entfernt) mit der Hotelinsel Desroches, die Südliche Korallengruppe (rund 280 km) mit der Insel Coëtivy (Garnelenzucht), die Alphonse-Gruppe (rund 400 km) mit der Hauptinsel Alphonse, die Farquhar-Gruppe (rund 750 km) und die Aldabra-Gruppe (rund 1.200 km), die zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört und eine riesige Kolonie mit Aldabra-Schildkröten beherbergt. Alle Äußeren Inseln – mit Ausnahme von Desroches und Alphonse – sind nur mit gecharterten oder eigenen Kleinflugzeugen oder Schiffen zu erreichen und für den allgemeinen Tourismus von geringem Interesse. Wir wollen uns in dieser Schulung daher auf die Hauptinseln konzentrieren.

Die Hauptinsel der Seychellen ist Mahé mit einer Fläche von 154 km² – ziemlich genau ein Drittel der gesamten Landfläche aller Inseln. Mahé ist in den letzten Jahren durch Landgewinnung an der Ostküste um einige Quadratkilometer gewachsen. Hier entstanden neue Siedlungen für die Bevölkerung und sogar eine – mit Brücken verbundene – neue künstliche Insel, Eden Island, auf der Eigentumswohnungen gebaut wurden, die auch Ausländer käuflich erwerben können. Von den 73.000 Bewohnern Mahés lebt ein Drittel in der Hauptstadt Victoria oder deren Vororten.

Zweitgrößte Insel ist Praslin. Der Name wird französisch ausgesprochen: mit einem Nasal am Ende, während das „s“ stumm ist … also etwa: pra-LENG. Berühmt ist diese Insel hauptsächlich als Heimat der Coco de mer oder Seychellenkokosnuss.
Die drittgrößte Insel, Silhouette, ist für den Durchschnittsurlauber weniger bedeutend. Man kann sie zwar besuchen, doch gibt es hier nur ein Hotel, und der allergrößte Teil der Insel ist ein Naturschutzgebiet, das teilweise aus einem nahezu undurchdringlichen Dschungel besteht.

Touristisch von größerer Bedeutung ist hingegen La Digue, die viertgrößte Insel (ausgesprochen: la-DIEG, benannt nach einem Entdeckerschiff), die nahe bei Praslin liegt. Auf ihr entstanden so viele „typische“ Seychellenfotos, Film- und Werbeaufnahmen, dass man ihre einzigartigen Granitformationen auch dann kennt, wenn man den Inselnamen noch nie gehört hat.

Auf allen anderen Inseln (mit Ausnahme des kleinen Eilands Cerf vor der Küste von Mahé) gibt es höchstens eine Unterkunft, so dass die Hotelgäste meist unter sich sind – manche Hotelinseln teilt man sich nur mit einer Handvoll anderer Urlauber und dem Personal.

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