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Natur und Umweltschutz | Seychellen

Umweltschutz und eine umweltbewusste Steuerung des Fremdenverkehrs und der damit verbundenen Infra­struktur sind auf den Seychellen keine Phrasen, sondern gelebte Wirklichkeit. Tatsächlich stehen nahezu die Hälfte (mehr als  47%) der gesamten Landfläche der Inselrepublik (215 von 455 km²) in 20 Nationalparks unter Naturschutz – ein größerer Anteil als in jedem anderen Land der Erde. Zwei Naturschutz­gebiete der Seychellen werden von der UNESCO gar zum Weltnaturerbe der Menschheit gerechnet: das Vallée de Mai auf Praslin und das Aldabra-Atoll.

Für die Pflanzen spielen Jahreszeiten keine Rolle, aber wer hauptsächlich der Tiere wegen anreist, sollte sich vorher genau informieren, wann welche Tierart am ehesten zu beobachten ist. Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung etwa sind die Monate April bis Oktober. Zwischen Oktober und April hingegen ist die ideale Zeit, wenn man Walhaie sehen möchte. Sie sind zwar die größten Fische der Welt, aber reine Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Plankton ernähren, das in dieser Jahreszeit in die höheren Wasserschichten aufsteigt. Die Bewegungen dieser Tiere werden auf den Seychellen beobachtet und aufgezeichnet, so dass man sie mit dem Boot schnell erreichen kann. Man kann sich den Walbeobachtern anschließen und mit den Walen schwimmen und tauchen. Die Einnahmen aus den Teilnahmegebühren kommen dem Programm zugute.

Aus Sicht des Naturfreunds sind folgende Inseln von besonderem Interesse: Aride, Cousine und Curieuse sowie die Hotelinseln North, Cousine, Frégate, Silhouette und Bird. Hier werden nicht nur Tier- und Pflanzenarten erhalten, sondern sogar neue oder ursprünglich heimische neu angesiedelt bzw. angepflanzt, während Spuren früherer menschlicher Eingriffe in die Natur beseitigt wurden.

Man muss aber nicht unbedingt einen Ausflug auf eine kleine Insel unternehmen oder dort übernachten. Auch auf der Hauptinsel Mahé gibt es im hochgelegenen Morne-Seychellois-Nationalpark schon interessante Einblicke in die einzigartige Fauna und Flora mit teils sehr seltenen Arten. Der 30 km² große Park umfasst einen großen Teil der Bergregion im Norden und Westen Mahés, einschließlich des höchsten Berges, nach dem er benannt ist, dem 905 Meter hohen Morne Seychellois. Zugänge zum Park findet man entlang der Sans Souci Road: an der Mission Lodge und über die Wanderwege nach Morne Blanc, Copolia und Trois Frères, die allesamt markiert und gekennzeichnet sind. 

Das Vallée de Mai (Maital) auf Praslin kann man sehr bequem zu Fuß erkunden, denn das von einem Bach durchflossene Tal ist über mehrere markierte Wege erschlossen, die sowohl kurze als auch längere Rundwanderungen erlauben. Am Eingang erhält man beim Entrichten des Eintrittsgelds ein Faltblatt mit Informationen und Wegbeschreibungen, und im Laden vor dem Eingang gibt es noch ausführliche Literatur.

Sehr viel schwieriger hingegen gestaltet sich ein Abstecher nach Aldabra. Reisende haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, das Atoll zu besuchen: auf einer größeren Kreuzfahrt, die hier einen Landgang anbietet, oder auf einer kleinen Kreuzfahrt ab Mahé, z.B. mit den Expeditionsschiffen Indian Ocean Explorer oder Maya’s Dugong. Das Atoll besteht aus vier Inseln, die eine etwa 155 km² große Lagune umschließen. Weil es sich für eine menschliche Besiedlung nicht eignete, blieb hier ein einzigartiges Biotop weitgehend intakt erhalten.

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