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Wandern auf den Seychellen

Es gibt sicherlich nur wenige Reiseziele in den Tropen, in die man zum Badeurlaub am Strand reist und in denen es sich trotzdem lohnt, zusätzlich die Wanderstiefel einzupacken. Die Granitinseln der Seychellen mit ihren gewaltigen Gebirgsmassiven gehören hier zu den Ausnahmen. In geringer Entfernung von Hotels und Wohnsiedlungen findet man sich inmitten eines urwüchsigen Dschungels, in dem man sich zudem noch sicher fühlen kann, weil es keine giftigen oder gefährlichen Tiere oder Pflanzen dort gibt.

Vorbereiten sollte man sich allerdings auf möglicherweise ungewohnte Bedingungen. Um die höchsten Tagestemperaturen zu vermeiden, empfiehlt es sich, früh aufzubrechen. Die Berge sind dann oft noch nebelverhangen, und auch der Wald spendet Schatten, so dass es hier deutlich kühler ist als am Strand. Die Luftfeuchte ist auf den Seychellen grundsätzlich hoch, allerdings in den Monaten Mai bis September ein wenig geringer. Man sollte auf jeden Fall neben Proviant ausreichend Trinkwasser mitführen.

Es ist möglich, die Bergwelt der Seychellen auf eigene Faust zu erkunden, doch wenn man sichergehen will, sich nicht zu verlaufen, sollte man sich einem erfahrenen einheimischen Bergführer anvertrauen. Eine geführte Bergwanderung hat auch den Vorteil, dass man zugleich Erklärungen zu Tieren und Pflanzen erhält, die man allein möglicherweise gar nicht wahrgenommen hätte. Solche “Tour Guides” vermittelt das Fremdenverkehrsamt vor Ort (Independence House, Victoria). Dort gibt es gegen eine geringe Gebühr auch die kleinen (englischsprachigen) Wanderführer Nature Trails and Walks in Seychelles, verfasst von den Biologen Katy Beaver und Lindsay Chong-Seng, die die meisten Wege mitgeplant haben. Diese kleinen Hefte dienen nicht nur der Orientierung, sondern erläutern auch ausführlich die großen und kleinen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.

Beispiele für lohnende Wanderungen sind zum Beispiel auf Mahé die an der Sans Souci Road beginnenden Aufstiege zu den Trois Frères (699 m) oder zum Gipfelplateau der Copolia (497 m), für die man weniger als zwei Stunden (Hin- und Rückweg) benötigt. Auch den höchsten Berg des südlichen Mahé, Montagne Brûlée, kann man erwandern, und zwar von der Montagne Posée Road aus. Diese Bergtour dauert zwar etwas länger, ist aber insgesamt leicht zu bewältigen, und es sind Abkürzungen möglich. Auf Praslin kann man über den “Salazie Track” quer über die Insel von Küste zu Küste wandern – für die ca. 9 km lange Strecke sollte man, hin und zurück, etwa vier Stunden veranschlagen. Auf La Digue besteht neben der Rundwanderung um die Insel die Möglichkeit, den 333 m hohen Inselberg Nid d’Aigle zu besteigen.

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